Geburtsbericht Geburtshaus
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Positiver Geburtsbericht aus dem Geburtshaus

Ich esse am 3.1. morgens um 6:30 einen Apfel auf dem Sofa. Vor Hunger aufgewacht. Und plötzlich – ist das ein Blasensprung? Ich geh aufgeregt ins Bad. Könnte sein. Ich lege mich erstmal wieder schlafen und rufe um 9 meine Hebamme an. Wir warten Mal was passiert und sagen derweil alle Verabredungen für den Tag ab – es waren einige. Aber es passiert nichts. Um 15:00 bin ich nochmal zur Vorsorge im Geburtshaus. War wohl doch kein richtiger Blasensprung. Kleiner Fehlalarm. Gäste werden zu 16:30 wieder eingeladen 😅 Es zieht schon ein bisschen mehr im Bauch. Müssen wohl die Senkwehen sein, denke ich. Abends gibt es dann nochmal schönes scharfes Curry beim Vietnamesen und wir gehen Mitternacht ins Bett.

Wehen veratmen im Halbschlaf

Nachts um 4 werde ich von stärkeren Wehen geweckt. Ach wer weiß, denke ich, bestimmt wieder Senkwehen. Ich veratme die Geburtswellen, die nun alle 10-20 Minuten kommen. Zwischendurch schlafe ich wieder, es ist auch mal 1,5h gar nichts los. Um 10 wacht auch mein Bettnachbar auf. „Na, wie geht’s?“ – „Gut, hab Wehen seit um 4.“ – „Na dann rufen wir mal die Hebamme an, was?“ Die sagt, das dauert noch, die müssen im Abstand von 3-5 Minuten kommen. „Geh mal spazieren, nimm ein Bad, wir hören uns mittags nochmal und so gegen 15 Uhr kommst du dann mal ins Geburtshaus“… Hmmm, denke ich, so lang dauert das noch? So fühlt sich das nicht an. Am Frühstückstisch sind die Wehen schon stärker und plötzlich auch alle 5-7 Minuten. Ich kralle mich ein paar mal am Tisch fest. Die Muttermundversiegelung löst sich beim nächsten Toilettengang. „Ehm, ich würde dann ehrlich gesagt gerne mal los ins Geburtshaus, da fühle ich mich besser“ sage ich meinem Geburtsbegleiter und einige Minuten später auch der Hebamme. Kurz später hocke ich schon im Vierfüßler vor dem Sofa. Der kleine Mops will raus und es drückt ganz gewaltig mach unten. „Wir müssen jetzt los“, sage ich bestimmt und zieh mich schnell an. Im Treppenhaus kommt gleich noch eine Wehe (ist nur eine Etage nach unten) und in der 10 minütigen Autofahrt noch zwei weitere. Pferdelippen und tiefes Atmen mit geschlossenen Augen helfen mir, nicht so sehr mitzudrücken. 12:51 bin ich im Geburtshaus.

Was für ein krasses Gefühl!

Eine kurze Untersuchung in Rückenlage und danach bin ich gleich wieder im Vierfüßler vorm Bett. Erste Schicht Klamotten schon von mir geworfen. Mein Geburtsbegleiter sitzt auf dem Bett vor mir. Ich kann mich wunderbar auf ihm ablegen und seine Schenkel festhalten, wenn eine neue Welle kommt. Meine Hebamme sagt, ich kann ruhig mit drücken, wenn es sich so anfühlt. Na endlich! Kurz später spüre ich, wie das kleine Wesen durch den Geburtskanal wandert. Was für ein krasses Gefühl! So viel Kraft in meinem Körper! Und ja, es ist schon eine Art Schmerz, aber das ist egal in dem Moment. Meine Hebamme redet mir noch ein bisschen zu viel „Super, Ella! Gut machst du das!“ Und ich denke „Ruhe jetzt! (Nur mit mehr Kraftausdrücken 😅) Keine Zeit für Kommentare!“ Ich spüre den kleinen Kopf schlüpfen und bekomme heiße Kompressen auf den Damm (dafür brauchen die immer das heiße Wasser zur Geburt in den Filmen!). „Jetzt nicht mehr pressen, dein Gewebe muss sich weiten.“ Ich denke „Whaaaat?!? Wie soll ich denn jetzt nicht pressen?“ und Versuche mit Pferdelippen und der papapapapa- Atmung die kräftigen Wellen zu veratmen. „So Ella, das Köpfchen guckt schon ein Stück! Willst du Mal anfassen?“ – „will ich nicht“ reicht als Antwort. Keine Zeit für sowas, denke ich. Sie erzählt mit meinem Geburtsbegleiter wie viel man schon vom Kopf sieht. Mein Körper wölbt sich und presst ganz stark mit. Der Kopf ist draußen und unsere Hebamme sagt „Noch ein paar Mal, dann ist euer Baby da!“ und kurz danach „Oh, drück mit, gleich ist es draußen!“ Und mit der nächsten Wehe höre ich ein lautes Babyschreien und ein kleiner Mensch liegt zwischen meinen Beinen! Huch, so schnell? Meine Arme und Beine sind ganz schlapp und mir wird geholfen, das kleine Menschlein an meinen Bauch zu nehmen. Wir werden irgendwie ins Bett getragen und Babylein liegt auf meinem Bauch mir ganz vielen Decken um uns.

Hallo kleiner Mensch!

Ich kann kaum glauben, wie schnell das jetzt ging und bin überwältigt. Geburtszeit: 13:48, nach nicht mal 1h im Geburtshaus. Und jetzt so nach mehr als 2 Wochen kann ich sagen: was für eine Körpererfahrung! Einfach krass! Würde ich jetzt dieses Jahr nicht gleich nochmal machen wollen, aber ich hatte keine Angst vor der Geburt und habe es auch danach nicht vor einer weiteren. Denn ich kann das. Mein Körper kann das.

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